Teilnehmer der Berufsvorbereitung zu Besuch bei der SchulKinoWoche – Ausflug in die deutsch-deutsche Geschichte

Erstellt am 13. Mai 2019

Jedes Jahr veranstaltet das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus eine Schulkinowoche, an der sich Schulen in Bayern beteiligen können, die damit die Gelegenheit haben, ihren Schülern ausgewählte Filmproduktionen zu verschiedenen Schwerpunktthemen näherzubringen.

39 Teilnehmer der Berufsvorbereitung der Diakonie am Campus hatten in diesem Jahr Gelegenheit sich an dieser Filmwoche zu beteiligen. Zur Auswahl stand der Film „Ballon“ von Michael „Bully“ Herbig, der damit eine spannende Fluchtgeschichte aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) erzählt.

Zwei Familien, die mit dem politischen System in der DDR nicht einverstanden waren, aber regulär keine Ausreisegenehmigung bekamen, entschlossen sich deshalb zu einer riskanten Flucht mittels eines selbst gebauten Heißluftballons, die auch erst nach mehreren Versuchen gelang. Die Vorbereitungen zur Flucht waren geprägt durch die Angst, entdeckt zu werden, denn auf „Republikflucht“ standen Gefängnis und viele Repressalien seitens der Vertreter dieses Staates.

Das Besondere an diesem Film: Er beruht auf Tatsachen! Die Familien Strelzyk und Wetzel gab und gibt es wirklich, die Geschichte des Films ist im Wesentlichen auch so passiert, und in diesem Jahr jährt sie sich bereits zum vierzigsten Mal! Der Ballon landete damals in der Nähe von Naila, etwa 20 Kilometer von Hof entfernt, und war eine der aufsehenerregendsten Fluchten aus der ehemaligen DDR!

Peter Strelzyk ist 2017 gestorben, Günter Wetzel ist immer noch gern gesehener Gast bei Filmvorführungen, zu denen er viel erzählen kann.

Der Besuch des Films verlief absolut diszipliniert, und der Film selbst beeindruckte unsere Teilnehmer sehr. Der Applaus am Ende des Films kam spontan und ehrlich und zeugte vom Eindruck, den der Film hinterlassen hat. 30 Jahre ist es schon her, dass die Grenzen zwischen den beiden deutschen Staaten gefallen sind – hoffen wir, dass sich im wiedervereinigten Deutschland die Demokratie als so stabil erweist, dass sich undemokratische und autoritäre Strukturen nicht wieder breit machen!